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“... unansehnlichen Hausern von Stein und armlichen Strohhütten machte keinen erfreulichen Eindruck, woran wohl hauptsachlich die unglaubliche Dürre des Bodens Schuld tragt, denn fast nirgends ist eine Spur von Grün zu sehen, wenn nicht allenfalls ein Angesehener des Ortes sich die unglaubliche Mühe macht in grossen kufartigen, aus Stein gefertigten Gefassen vor seinem Hause einige Pflanzen zu ziehen, ein Unternehmen, welches bei dem grossen Wasser- rffangel stets als ein Beweis von Energie geiten darf. Aber auch die Steinhauser entsprechen unserem Geschmacke wenig; sie sind für ihre Kleinheit zu massiv und dabei ohne jeglichen Stiel gebaut, was sich...”
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“... machtigen, durch recht- winklige Spaltungsflachen zerkltlfteten Banke in die See ab und die dunkle, fast schwarze Farbung des Diorites, nur durch einen einzigen Gang eines jüngeren, lichtgefarbten Eruptivgesteines und durch unbedeutende Quar- zadern unterbrochen, lasst seine bizarren Erosionsformen scharf gegen das Meer und den Himmel sich abzeichnen. Haufwerke abgestürzter Blöcke liegen an rhrem Fusse, nberstiirzt von der Brandung, deren gleichmassige Taktschlage durch die Einsamkeit tönen wie der Pendelschlag der Uhr durch die stille Nacht. Beharrlichkeit tönt uns aus diesen Pendelschlagen der Natur entgegen, Beharrlichkeit, welche die kleinsten Mittel zu Er- zielung grossartigster Wirkungen benutzt. Fast gleich einsam, aber arm an Naturschönheit ist auch das Kalkpla- teau, welches sich tlber dem Diorite ausbreitet, ein Theil des Serro Colorado. Seine Oberflache ist zackig und zerrissen, so dass die Fusse schmerzen, wenn man eine Weile darauf gegangen, und diese Zerrissenheit...”
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“... regelmassigen Kluften, welche in vertikaler Richtung an der südöstlichen Écke der Insel die betreffenden Kalke reichlich durchsetzen; aber oft zeigen sie Hohlraume, welche durch die Wogen ausgewaschen sind und die Anwesenheit einer alten, jetzt binnenlands gelegenen Strand- linie deutlich erkennen lassen. Ich werde Gelegenheit haben spater aus- führlich auf diese Höhlen zurückzukommen und so mogen sie denn hier sammt ihren abenteuerlichen, überall erscheinenden Stalaktiten und den oft russchwarzen Wanden des Gebirges nur flüchtig angedeutet werden. Fast bis zum Gipfel des nach roher Schatzung 15—20 m hohen Plateaus reichen die Dünen, welche unter der Wirkung des Passates hier zusammengeweht sind und sich in der Form von Schutthalden an die Gehange anlehnen, und Sand, defer blendender Sand breitet sich auf der Ebene zwischen Plateau und Kuste aus, hin und wieder mit Ge- büschen von sogenannten „Trauben” verziert, ein grosses Hinderniss für das Fortkommen unserer schwer beladenen...”
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“... Landschaft, die sich fast an jeder der sogenannten Boca’s auf den Insein wiederholt. Zur linken Seite (die Schlucht als Fluss gedacht) wieder emporsteigend, durchschnitten wir das öfter erwahnte Kalkgebirge, welches hier nur noch eine unbedeutende Entwicklung besitzt, wahrend der Bliek auf die gegentlberliegende Wand der Schlucht uns die scharfeFor- mationsgrenze zwischen dem Kalkplateau und dessen Liegendem, dem alteren Gebirge (Diorit?), in einem prachtigen Profile entblösst zeigte. Noch geraume Zeit konnten wir auf dem Ritte landeinwarts diesen Auf- schluss wahrnehmen, wahrend wir dem Laufe des leider meistentheils...”
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“... hinabfliessen, welche ibr diesen Stempel aufdrücken, obwohl auch sie fast stets trocken ist, denn Aruba theilt mit Curasao und Bonaire die unglückliche Eigenschaft kaum standig fliessenden Bache zu besitzen. Aber da sahen wir doch noch eine kleine Wasserlache, und unser Er- staunen wuchs. noch mehr, als mein Begleiter, Herr Neervoort van de Poll, aus ihr eine Anzahl von Kaulquappen herausfischte, welche sich noch in sehr frühen Entwicklungsstadien befanden. Die Beute, die uns die 3—4 Fuss im Durchmesser haltende Wasseransammlung lieferte, wtlrde noch mehr Interesse erhalten, wenn sich in Erfahrung bringen liesse, zu welchem erwachsenen Thiere die Kaulquappen gehörten, denn es ist be- kannt, dass Aruba die einzige der drei Insein ist, welche einen Frosch besitzt, und da dieser Letztere nach Aussage aller Bewohner sich in der trockenen Zeit stets unter der Erde aufhalt und nur in der Regenzeitin ungezahlten Mengen die Ttlmpel bevölkert, so lag die Vermuthung nahe, dass dieser Fund...”
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“... Cattunrocke und gleicher Jacke besitzen. Die Manner tragen Beinkleid, Hemd und Strohhut, in ihrer Tracht durchaus europaischen Arbeitern gleichend. Als wir unter den'Baumen unsere Mahlzeit einnahmen, kam mir dies fast wie eine Grausamkeit gegenüber allen andern lebenden Wesen hier vor, denn Hunger hatte das Schwein, welches seine steinerne Einfriedi- gung schreiend zu übersteigen sich bemtlhte, Hunger flatten unsere Esel, die neben uns im Schatten der Baume angebunden standen und sparliche Rationen von Mais bekamen. Obwohl wir namlich den Auftrag gegeben hatten, die Thiere gut und reichlich zu füttern, so ist doch der Begriff der Sattigung und des „Genug” bei den Arubianern ein sehr eigenthüm- licher, sobald es einen Esel gilt, und „poco poco” rief unser Führer, wenn der Diener den Versuch machte die Handvoll Mais noch mit ein paar Körnern zu bereichern. Hunger hatte auch das Federvieh im Hofe, Hunger hatten die Eingeborenen, Hunger hatte die ganze Natur. Am Morgen dieses Tages...”
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“... alteren, befinden sich daneben und gleich gefarbte Linien und Punkte verderben bisweilen das ursprtlng- liche Bild, so dass man bei der Wiedergabe des Letzteren vorsichtig zu Werke gehen muss. Noch eine Reihe von solchen Höhlen ist in der Fortsetzung derselben gehobenen Strandlinie auf dem Wege von Fontein nach Colorado zu vorhanden; zwei derselben, etwa Va Wegstunde von unserm Quartier entfernt, besuchten wir noch am Nachtmittage. Die Fontein zunachst gelegene ist durch eine einzelne Querreihe von einfachen Tropfsteinsaulen in zwei Abtheilungen zerlegt, deren hintere Oberlicht besitzt, da die Kalke hier wie oft auch in andern Grotten durch die Atmosphaerilien zerfressen worden, und so schauen Cactus und einige Strauchgewachse von oben herunter. Fast unverandert sind die geschwungenen, durch die Wellen hervorgebrachten Linien am Gewölbe erhalten geblieben, und die unterirdischen Raume gleichen in ihrem Halbdunkel fast einer durch Menschenhande hergerichteten Wohnung...”
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“... ritten, beherbergt kein Thier und fast keine Pflanzen, als deren einzige Repraesentanten das „Kamari” genannte Gestrauch, wenige Opuntien und buntgefarbte Flechten sich zeigten. Aber auch diese sind noch sehr sparlich vertreten, so dass oftmals auf den' Raum von etwa io Quadratmetern nur ein einzelnes Exemplar des genannten Gestrauches zu sehen war, und dies hatte sich angstlich vor dem Passate zu Boden ge- legt, war an der Windseite grau und blatterlos, nur an den abgewendeten Theilen belaubt und selten bis i Meter hoch. Es ist nicht übertrieben, wenn ich sage, dass die Pflanzen — abgerechnet selbstredend die Flechten — haufig im ganzen Umkreise bequem zu zahlen waren, so weit das Auge reichte. Bemerkenswerth erscheint es, dass die Cereus- Arten hier gar nicht angetroffen werden; sie dürften nicht so viel Wider- standsvermögen besitzen wie die Opuntien. Die flachgewölbten, langlichen Höhenrtlcken, mit ihrem rostbraunen bis schwarzen Schotter, von dem die Sonnenstrahlen eine...”
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“...360 schlossen wir heute noch nach Oranjestadt zurückzukehren und zwar langs des .Hooibergs, dessen Höhe noch nicht gemessen war, wobei wir den nachsten Weg in einer fast genau westlichen Richtung einschlugen. Auf diese Weise durchschnitten wir das öde Dioritgebirge, dessen ich bereits anfangs dieses Tages gedachte, nochmals der ganzen Lange nach, doch wurde sein Anblick ertraglicher, weil mit der Entfernung von der Küste auch der Pflanzenwuchs zunahm. Am stldlichen Fusse des Bocarico wuchsen in windgeschtltzten Depressionen viele Acerineen und sogenannte „Mosterdbaume”, neben sehr zahlreichen Opuntien und einzelnen Cereus- Pflanzen, tlberall aber wo die Gipfel der Wirkung des Passates ausgesetzt waren, blieb der Charakter der gleiche wie an der Nordküste. So gelangten wir nach Chetta, am Fusse des Ariekok, und hielten daselbst in einem kleinen Hauschen in unmittelbarer Nahe der alten Directorswohnung, von der nur noch Ruinen vorhanden sind, eine kurze Mittagsrast. Diese...”
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“...44-8 IV. AMERIKA. De Nederlandsche expeditie naar de West-Indische eilanden en Suriname 1884—1885. I. 'Beschrijving der reis op de W.-I.-eilanden, door Prof. D r. K. Martin. I. Aruba. (Vervolg). 3. Februar. Unser nachstes Reiseziel war ftlr heute wieder Daimari, welches wir gestern vergebens von der Boca van Welvaart aus aufeinem Wege langs der Nordkttste zu erreichen versucht hatten. Von Oranje- stadt ftlhrt dahin ein bequemer Pfad, den wir aber gerne vermieden hatten, da er fast ganz durch das bereits mehrmals beschriebene Syenit- gebiet sich hinzieht und wir darin nicht viel Neues zu sehen erwarten durften. Anziehend waren ftlr mich nur die Fruchtfelder, vor allem Maisanpflanzungcn, die hier auf den Verwitterungsproducten des Syenit, zu anderen Zeiten wohl gedeihen mógen, in diésem Jahre aber in Folge anhaltender Trockenheit einen sehr ungtlnstigen Eindruck machten und trübe Hungertage ftlr die arme Bevölkerung prophezeiten. Ebenso uner- freulich war der Umstand...”
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“...449 bildet den nördlichsten, schmalen Zipfel der fast in Form eines Dreiecks begrenzten Formation. Aber ganz scharf lasst sich diese Grenze nicht in die Karte einzeichnen, denn in grosser Anzahl liegen auf den süd- westlichen Gehangen des Diorits isolirte Blöcke und aufgethürmte Massen Von Syenit als Ueberreste von Decken des letztgenannten Gesteines um- her, welche bald hier bald dort einen Fetzen des unterlagernden Ge- birges durchblicken lassen, ohne Gesetzmassigkeit und je nach den mehr oder minder weiten Fortschritten der Verwitterung verschieden an Aus- dehnung. Wollte man hier genau kartiren, so müsste jeder Block einzeln eingetragen werden. Daimari war bald erreicht. Es ist ein einzelnes Haus, an der gleich- namigen Boca gelegen und wie alle anderen Hauser der Landbewohner von ungemein einfacher Bauart und Einrichtung, wenn von Letzterer überhaupt die Rede sein darf. Zwei kleine Raume, gerade gross genug um ein paar Hangematten darin auszuspannen, enthalten...”
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“...Uppige Mangrovevegetation bestanden ist. lm Hintergrunde endlich ragen die Gipfel einer Cocos-Anpflanzung über dem frischen Grtlne der Mang- lebaume her/or, und die Pflanzen des Thales bieten einen schroffen Gegensatz zu den Dioritkuppen, welche wie gewöhnlich fast ganz kahl sind und nur ausserst sparliche Opuntien aufweisen. Sie werden diesen kalten Charakter wohl tragen mussen, so lange sie bestehen, denn der ganze Erzreichthum, den diese Gegend in ihrem Schoosse birgt, durfte nicht hinreichen ihr jemals ein freundliches Pflanzenkleid zu verschaffen. Die Boca kann als Typus far die zahlreichen, ahnlichen Bildungen an der Nordküste von Aruba dienen. Als wir Abends mit dem Einfangen von Krabben beschaftigt waren — die Thiere wurden durch den Schein einer glühenden Holzkohle ge- blendet und Hessen sich dann leicht ergreifen — und zufallig das Ge- sprach auf den Frosch von Aruba kam, hatten wir Gelegenheit zu be- merken, wie sehr die Bevölkerung diesem unscheinbaren Wesen...”
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“...457 29 Januar), sah ich hier nicht, gleichwohl ist aber auch in diesem Ge- birge die Yerwilterung sehr weit gefördert, denn seine ganze Oberflache ist ein einziges, zusammenhangendes Felsenmeer, dessen wollsackartige Formen in buntem Durcheinander liegen und ihre rasch weiter schreitende Zerstörung durch die zahlreichen, tlberall zerstreuten Scherben mit ziem- lich frischen Bruchflachen documentiren. Vielfach sind diese, einige Centimeter dicken Scherben gebogen, einer concentrischen Absonderung des Gesteins entsprechend. Ihre Lossprengung scheint in der starken Erwarmung zu suchen zu sein, welche die Felsen unter dem Einflusse der Sonne, der sie ohne Schütz preisgegeben sind, erleiden, wahrend die Abkühlung am Abende besonders an der dem Passate zugekehrten Seite bedeutend ist. Im Ganzen ist das Reisen in diesem Syenitgebiete weit ertraglicher, als langs der Nordktlste, denn hier giebt es mindestens Pflanzen, und wenn- gleich die Walder fast ausschliesslich aus einer...”
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“... solchen Verhaltnissen auf Einer Terrasse die alteren, tertiaeren und die jungen, recenten Bildungen ohne scharfe Grenze in einander übergehen können und dass bei der grossen, petrographischen Gleichartigkeit es unter Umstanden unmöglich wird die Scheidung von A (recenter Kalk) ~iawwt’MM»™ |------------ und B (Tertiaer) mit Sicherheit anzugeben, es sei denn dass man langs der ganzen Kuste grosse Sammlungen von organischen Resten zusammenbrachte und tur jeden einzelnen Punkt den Procentgehalt lebender Arten feststellte — fast die Aufgabe für eine Reihe von Jahren. Daher ist auch die folgende Darstellung nicht frei von subjective! An- schauung, so weit es die Abgrenzung des Tertiaers nach der Küste zu gilt, als wahrscheinlich lasst sich dagegen Folgendes annehmen. Die tertiaeren Kalke, welche westlich der-von „SpaanscheLagoen” endigen, aber spater im Carachito, sudlich vom Hooiberg, sowie weiterhin im Serro di Patrieschi wieder ihre Fortsetzung finden (vgl. 4. Febr.), trifft man...”
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“...461 sich an das niedrige Htlgelland von Syenit, welches vom Alta Vista aus sich zur Westküste hinzieht. Weiter nordwarts verdacht sich aber das Tertiaergebirge ungemein und schliesslich liegt es bei West Punt nur noch wenige Fuss tlber dem Meeresspiegel, unmerklich in die recenten Bildungen ilbergehend. Folgt man dem Wege von Karamajeta aus nach Norden, so befindet man sich fast auf der inneren Grenze des Tertiaers; nur wenige Syenitblöcke liegen noch jenseit desselben, nach der Koste zu, und andererseits findet man das ganze angrenzende Gebiet des alte- ren Gebirges noch mit zahlreichen Broeken der verwitterten Kalke besat. Vermuthlich ist hier eine obere Schicht des Tertiaers durch den Einfluss der Atmosphaerilien ganz geschwunden und repraesentiren die niedrig gelegenen, in Rede stehenden Kalke eine altere Ablagerung dieser For- mation. Nach dem Meere zu folgt dann moderner Korallenkalk, welcher einen schmalen Streifen bei West Punt bildet, sich aber nach Süden zu...”
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“...467 II. Bonaire. Wir hatten uns am Morgen des i8ten Februars 1885 an Bord des Kriegsdampfers Tromp begeben, waren um 8% Uhr von Curasao abge- fahren und befanden uns bald nach 3 Uhr Nachmittags vor Bonaire. Die herzliche Gastfreundschaft, welche uns von Seiten des Commandanten P. ten Bosch zu Theil geworden, hatte uns die kurze Reise noch kürzer erscheinen lassen, als sie in Wirklichkeit war; fast waren wir ans Land gesetzt worden, bevor wir noch einen Bliek auf die nahe Ktlste geworfen, von der wir uns noch eine gute Strecke enlfernt glaubten. Und doch lohnte es sich sehr dieser Ktlste eine grössere Aufmerksamkeit zu schenken. Blickt man von Westen kommend auf Bonaire, so erkennt man sogleich die Formationen, welche den wesentlichsten Antheil an dem Aufbaue der Insel nehmen, wie die nachfolgende Untersuchung ergeben sollte. Mehr als die .Halfte derselben erscheint flach und kaum tlber dem Niveau des Meeres erhoben, eine weite Ebene bildend, welche sich vom Fusse des...”
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“.... H. Waters Gravenhorst, zu eifreuen hatte, zumal dieser nicht nur den topographischen, sondern auch den geogno- stischen Verhaltnissen Bonaire’s seit langem seine Autmerksamkeit zuge- wandt hatte. Der vielen Dienste, welche mir durch genannten Herrn erwiesen, sowie seiner biederen Gastfreundschaft darf ich wohl an diesem Orte mit Dank Erwahnung thun. 19. Februar. Die Umgegend des Dorfes besteht lediglich aus jungem Riffkalke, theilweise mit Schotter der alteren Bildungen bedeckt, und bietet für den Geologen so wenig Interesse, dass ich so bald wie möglich dem nördlichen Theile der Insel mich zuwandte, welcher allein Aufschluss tiber die Entstehung von Bonaire zu geben versprach. Deswegen wurde als nachstes Reiseziel Fontein genommen, wohin wir auf dem kürzesten Wege uns aufmachten, einer bequemen Fahrstrasse folgend, die von dem Dorfe in fast nördlicher Richtung bis an die Nordktiste und darauf langs derselben nach Fontein. fiihrt. Anfangs begegneten wir nur den genannten...”
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“...47 ï n ïr n g 5- d it s' a r e ï neben einander, vor und hinter dem Hauschen; ihre graue Farbe und zerrissene Oberflache mit sparlichem Pflanzenwuchse versehen und so in voller, kalter Schönheit dem Blicke dargeboten. Erfrischend wirkt daneben eiij Baumgarten, welcher mit Kokos und anderen Palmen-Arten be- standen ist und sich zu Füssen der Wohnung ausdehnt. Freilich ist auch diese Anlage im Augenblicke sehr dürr, denn es ist ein regenarmes Jahr und die Quelle, der Fontein ihren Namen zu danken hat, ist fast ganzlich ausgetrocknet; sie liefert einen kaum fingerdicken, ausserst lang* sam fliessenden Wasserstrahl. Selbst die Aloöfelder, welche in einigem Abstande vom Hause auf der untersten Uferterrasse angélegt sind machen einen durch übergrosse Dürre verursachten, traurigen Eindruck. Durch einen tiefen, dunkien Hohlgang von etwa Mannshöhe gelang es nach einigem Stossen und Stolpern zur Ursprungsstelle des kleinen, Wasserstrahles zu kommen, und als sich das...”
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“... eben erwahnte ist, dasjenige Resultat haben, welches der jetzige Charakter der Landschaft uns vorfiihrt, und das grossartige Erd- beben ist ihm so wenig wie den meisten Einwohnem von Curasao fort- zudemonstriren. Kurz bevor man das Thai verlasst, sieht man an seinem Ausgange rechts den Serro Largo gelegen, ein nach innen vorgeschobener, isolirter Bruchtheil desselben Gebirges, welches auch zu Seiten des W eges ansteht. Sein flacher, die frühere Fortsetzung des tertiaeren Plateaus andeutender Gipfel und seine steilen Séitenwande verleihen dem Berge fast das Aus- sehen eines Festungswerkes. Fels auf Fels thtirmt sich an seinen Ge- hangen auf, so dass das Ganze einen prachtigen Abschluss fiir das Thai bildet, durch welches der Weg leitet, ein Bild von hoher landschaft- licher Schönheit. Jetzt traten wir in die Ebene von Rincon ein, deren Boden mit Fragmenten von Kieselschiefern vielfach bedeckt ist, in gleicher Weise wie die Ebene, welche wir gestern zwischen dem Langen Berg...”
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“...47 5 Rechnung des Orkanes geschrieben sein, an dem derseibe keinerlei Schuld tragt, eine Wahrnehtnung, die man bekanntlich haufig bei grossartigen Naturereignissen machen ’kann. . In landschaftlicher Hinsicht ist Goto von ganz hervorragender Schön- heit. Weit greifen seine Grenzen zwischen die Klippen des eruptiven Gesteines ein, und aus seinem trocken gelegten, inneren Theile ragen zahlreiche, kleine Inselchen hervor, bestanden mit Cactus und Dividivi, welche sich wie eben so viele Bouquets aus der Feme ausnehmen und dem Reisenden stets neue Durchblicke mit immer wechselnden Formen vorfiihren. Bald schliessen sie die Landschaft in kurzem Abstande be- reits ab, bald sieht man die Inselchen coulissenartig die Eine hinter der Anderen hervortreten. Ihr Fuss ist aus rundlich verwitterten Blöcken gebildet, an denen die Wirkungen des Wassers noch deutlich wahrnehm- bar sind, obwohl die Klippen jetzt fast bestandig trocken liegen, ohne dass aber dieser Umstand ihnen den...”