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“... ungetreuen Gesammtbilde vereinigte. Meine Aufgabe war: eine möglichst getreue Schil- derung der bereisten Gegenden in dem Zustande, in dem ich selber sie gesehen. Auch in den beigegebenen Abbüdungen ist nicht das Geringste construirt. Wo sie sich nicht auf Photographien stützen, wurden sie alle von mir selber noch der Natur so angefertigt, wie sie hier publicirt sind. Die photographischen Aufnahmen meines Begleiters, Herm Neervoert van de PolTs, konnten leider nur zum Theile beigefügt werden, da die heftigen Regengüsse Surinams einige Platten verdorben hdben, wdhrend die Insein in dem kleinen Werke nicht mit mehr Taf ein, als geschehen iet, illustrirt werden durften. Meinem Reisegenossen auf Curasao, Herrn Professor Suringar, verdanke ich die Mit- theilung der Pflanzennamen, welche in den Bericht verflochten sind. Ausführliche Angaben über die Vegetation der Para und der Insein finden sich in der oben erwahnten Arbeit desselben. Die Thiere wurden von den Beamtm des zoologischen...”
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“...I HST H ^ Hi T. Seereise. (12—30 Decbr. 1884). Thiere pag. 2. — Sargassum pag. 8. —Erste Anzeichen des Landes pag. 4. Paramaribo. (31 Decbr. 1884; 3 Jan., 25—29 Harz u. 20—26 April 1885). Anlage und Wohnungen pag. 6. — Einwohner pag. 9. — Immigranten pag. 13. — Strassenbilder pag. 14. — Hafen pag. 15. — Goldgewinnung pag. 17. Die Para. (1 u. 2 Jan. 1885). Pflanzenformen pag .19. — Ufer pag. 19. — Thiere pag. 20. — Neger pag. 21. — Indianer pag. 23. Reise zum oberen Surinam. (30 Marz—19 April 1885). Ausriistung pag. 24. — Yon Paramaribo bis Phaedra pag. 26. bis pag. 29.— Neger yon Phaedra pag. 29. — Mittel gegen Schlangenbiss pag. 29. — Tafelrots pag. 32. — Bergendaal pag. 35. — Boschland pag. 37. — Nachtlager im Walde pag. 40. — Buschneger, Koffiekamp pag. 43. — Arusabanjafall pag. 59. —Wakibassu pag. 60. — Gansee pag. 63. — Der Fluss oberhalb Gansee pag. 67.— Langahuku pag. 72. — Yon Langahuku bis Kapua pag. 73. bis pag. 74. — Von Kapua bis Toledo pag. 75 bis pag...”
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“...2 doch alle diese Dinge einer Beschreibung ihrer allgemeinen Bekanntheit wegen nicht werth. Nur Folgendes moge hier erwahnt werden: So lange wir uns im Canale befanden, sahen wir zahlreiche Moven, unter denen Larus ridibundus und Larus canus am haufigsten waren; aber nur die erstgenannte Art folgte dem Schiffe bis weit in den atlantischen Ocean hinein. Bs waren etwa ein Dutzend zum Theil sehr charakteristisch gefarbte Exemplare, durch ihr verschiedenes Kleid, welches wir in unmittelbarer Nahe betrachten konnten, deutlich gekennzeichnet, und da stets dieselben Altersstufen beisammen blieben so liess sich daraus mit Sicherheit folgern, dass es immer die gleichen Individuen waren, welche das Schiff bei Tag und bei Nacht begleiteten. Am Morgen wahrte es bisweilen eine geraume Zeit, bis die Thiere wieder erschienen, und mehrfach glaubte ich, sie seien bereits zurückgeblieben; aber dann trafen sie, allerdings in abnehmender Zahl, doch wieder ein, um uns erst am 19ten December...”
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“... Anlass dazu gab mir die Reise zum oberen Surinam, welcher überhaupt niemals beschrieben ist; sodann aber auch die vor der Abfahrt von Europa gemochte Erfahrung, dass es ungemein schwierig ist, selbst in Holland, sich in kurzem ein Uebersichtsbild über die niederlan- dischen, westindischen Besitzungen zu verschaffen. Deswegen glaube ich Manchem mit der Publikation der Beobachtungen über ,,Land und Leute" einen Dienst zu erweisen. Dieselben erscheinen gleichzeitig gesondert, so wie auch der Abschnitt ,,Geologie!' gesondert ■ herausgegeben werden soil, weil der Leserkreis für beide...”
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“... übereinstimmen, welcher bereits seine Selbstandigkeit eingebüsst und zu einem Eebenflusse des Surinam durch die Bil- dung der jüngsten Alluvionen herabgesunken ist. In einer früheren, geologisch kaum verflossenen Periode war das Yerhaltniss des Commewijne zum Surinam das gléiche, wie es jetzt dasjenige von Sarammacca zu Coppename und von Mckerie zu Corantijn ist. Bramspunt war mit einem halb verbrand ten Walde bedeckt. Fischer sollen am Ufer des Meeres haufig durch unvorsichtige Behandlung ihres Feuers den Anlass zu Branden geben, doch erreichen dieselben in dem feuchten Klima selten einen grosseren Umfang und sind meist so ungefahrlich, dass ich spater von Paramaribo aus mehrere Tage lang eine Flamme im Walde des gegenüberliegenden Ufers...”
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“... „Waterkant,” welche einzehne Galerien und viele Balkons besitzt, vermisst man solche Anlagen tast überall. Freilich wird dieser Uebelstand zum Theil durch die grossen Hofraume und kleinen Garten ausgeglichen, welche sich an der Rückseite der Herrenhauser ausdehnen und welche, bisweilen mit mehreren Nebengebauden besetzt, den in dienetlichem Yerhaltnisse zum Eigenthümer stehenden Leuten zum Aufenthalte dienen. Eine besondere Thür bildet den Eingang zu diesen Raumen. Das Material, aus welchem die Hauser aufgeführt sind, besteht fast aus- schliesslich aus Holz; sie besitzen nur einen niedrigen, kaum 1 Meter hohen Unterbau von Stein und sind mit Schiefer gedeckt. Ihr Anstrich ist freundlich weiss oder lichtgrau, wahrend Thüren und Fensterladen grün gefarbt sind, so dass sie sich ausserordentlich gunstig aus der Yegetation der Umgebung abheben. Ausser dem am „Gouvernementsplein” gelegenen Justizgebaude und dem angrenzenden Gebaude der Finanzverwaltung, von dessen niedrigem Thurme , dem...”
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“.... Die weisse Bevölkerung besteht zum grössten Theile aus Israeliten, den Nachkommen der einst so machtigen, reichen Pflanzer der Colonie, welche schon 1644 sich an der „Jodensavanna” niederliessen, nachdem sie von den Portu- giesen aus Brasilien vertrieben waren, gleichzeitig mit den ersten hollandischen Colonisten am Commewijne. 1 2) Dagegen gehort unter der gefarbten Einwohnerschaft der bei weitem überwiegende Theil zu der Gemeinde der Herrnhuter oder „mora- vischen Brüder”, wie sie hier allgemein genannt werden. 1) Ueber weitere Einzelheiten vgl. die statistischen Angaben in Tijdsohr. v. h. Aardrijkskdg. Genoot- schap. Amsterdam Ser. II. Deel II. Afdlg. Terslg. Mededlg. N° 8. 1885. pag. 492. 2) Bonaparte. Les habitants de Suriname, p. 40. 2...”
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“... weiter führen, unbekümmert darum, dass Niemand ihnen mehr zuhört. Dabei sind sie trage und unzuverlassig und werden in ihrer Unlust durch den Umstand unterstützt, dass sie erstaunlich wenig Bedürfnisse haben. Ein paar Bananen und ein wenig Bak- keljau, wie man hier den Kabeljau nennt, genügen ihnen zum Lebensunterhalte, und fehlt Beides, so stellen sie sich bisweilen auch allein mit der Mangofrucht zufrieden , deren übermassigem Genusse Yiele die entsetzliche Lepra (Elephantiasis graecorum) zuschreiben; wie ich meine, mit Unrecht. Die Kleidung tragt nicht dazu bei, ihre Erscheinung angenehmer zu machen, denn wahrend die Manner sich in Beinkleid, Blousenhemd und Hut kleiden, indem sie als Kopfbedeckung den schabigsten grauen oder schwarzen Filz einem Stroh- hute yorziehen, schreiten die Frauen in einem Anzuge einher, dessen Geschmack- losigkeit wohl schwerlich durch eine andere in den Schatten gestellt werden kann. Sie tragen Kattunkleider; aber diese haben einen erstaunlichen...”
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“... Plan- tagen arbeitend (es waren nur noch 5 dazu contractlich verbunden) vielfach die Rückkehr in sein himmlisches Reich aufgegeben und sich seines Zopfes entledigt hat. Er huldigt bei grosseren Festen leidenschaftlich der Feuerwerkerei und lasst abends seinen Stadttheil bei Gelegenheiten, wie sie z. B. das Neujahrsfest bot, in einem Meere von Licht schwimmen. Da begegnet man im ausseren Kreise der Stadt auch hin und wieder einer Indian erfamilie, die sich in weiter Entfernung von der Polizeimacht halt, urn nicht gegen das Yerbot der Nacktheit auf den Strassen zu verstossen. Haufiger noch findet man den Buschneger vertreten. Er kommt in grosseren Familien und kleineren Truppen zum Holzverkaufe in die Stadt und erhandelt für seinen Erlös bei dem Kaufmanne, der ihm zugleich auf den Hofraumen seines Hauses in primitiven Hütten ein Unterkommen gewahrt, die Waffen und Gerathe, welche er selber nicht zu verfertigen weiss. Der Kaufmann ist in der Lage,ihm Alles bieten zu können, was...”
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“... Herrschaft, im Beaitze der Hollander. 1) Eeize in de Binnenlanden van Suriname door Kapitein John Gabriel Stedman. Naar het Hoogduitach. Leiden 1799. Deel H. pag. 4. - Die Zahl der Weissen betrug derzeit etwa5000, die der Sklaven 75000 in der gesammten Colonie. Die 'Weiasen wohnten zum grössten Theile in der Stadt. (ibidem pag. 8). 2) Warum man nicht den Versuoh maoht, aus Niederlandisoh-anstatt aus Britisoh-Indien Arbeits- krafte einzufiihren, ist mir nieht gut verstandlich. Man wiirde die hollandisohen Unterthanen aus dem Indischen Archipel, in dem es an überflüssigen Arbeitskraften nicht fehlt, mit minder Umstanden als aus den britischen Besitzungen einffihren und vielleicht eine dauernde Ansiedelung und Wieder- bevölkerung Suriname durch dieBe Leute erzielen können. 3) Es sind wiederholt Kaffeepflanzen nach Surinam gebracht. Die ersten zwischen 1711 und 1713 unter dem Gouverneur J. de Goyer; nach Leupe (Bgdragen tot de Taal- Land- en Volkenkunde van Ned. Indië. Nieuwe Beeks...”
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“... Erschliessung des Landes und der An- siedlung der durch die Goldgewinnung hergelockten Bevölkerung. Auch Surinam ist ein solches jungfrauliches Land, da nur ein schmaler Kü- stenstrich bewohnt ist und ausgedehnte Strecken des Jnnern noch von Keinem als von dem umherschwarmenden Indianer betreten wurden. Bereits im 16ten Jahr- hundert suchten spanische Abenteurer R1 Dorado auf Grund der Angaben dieses Naturvolkes im Jnnern von Guiana und so auch in Surinam; 1742 machte man einen neuen, vergeblichen Yersuch das Edelmetall zu findeu. Dann sprach Yoltz im Anfange der sechsziger Jahre die Yermuthung aus, dass dasselbe in der Colonie vorkommen diirfe1), bis endlich die neueste Zeit seine Entdeckung brachte und El Dorado, freilich nicht in dem früher gedachten Sinne2 3), in der That aufge- funden wurde (1874).s) Schon 1876 wurde Gold im Werthe von 49,900 holl. Gulden ausgefiihrt und dieser Werth stieg im Jahre 1884 auf mehr als 1 Million; seit dem Beginne der Goldgewinnung bis zum Mai 1885...”
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“...18 steigern wird. Ob dieselbe indessen der Colonie in nachstliegender Zeit zum Segen gereichen wird, scheint mir mehr als zweifelbaft, da das mörderische Klima keinem Europaer gestattet in den Goldfeldern zu arbeiten, in denen sogar mancher Neger dem Fieber erliegt. Die Einwanderung von Weissen als Pionieren einer künftigen Cultur ist deswegen von vomherein ausgeschlossen und nur der Neger oder höchstens noch der Kuli werden bei der Goldgewinnung direct sich betheiligen können, schlecht überwacbt von den Eigenthümern, die nur ausserst selten Gelegenheit und Kraft linden dürften, ihre Untemebmungen selbst zu besichtigen, gescbweige denn zu leiten. Man moge Mittel finden, die Erreichung der Goldfelder zu erleichtern, die ungeheuren Walder mehr und mehr zu lichten, dem Boden in besser über- legter Weise, als jetzt geschieht, seine Schatze abzugewinnen, so kann durch dies Alles freilich dem Einzelnen Reichthum erwachsen, aber eine Cultur des Landes, in gleichem Sinne, wie...”
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“...21 wahrnimmt. Ich lernte hier zum ersten Male begreifen, wie schwierig das Sam- rneln naturhistorischer Objecte in den Tropen mancbmal sein kann, gleicb schwierig bei der Thier- wie bei der Pflanzenwelt, deren in- und durcbeinander gewach- sene Exemplare kaum noch die zum Stamme gebörigen Blatter und Früchte der einzelnen Arten erkennen lassen. Die Neger, welche das Gebiet der Para bewohnen, sind 1863 freigelassene Sklaven. Wahrend der Flussfahrt wurde der Gouverneur von ihnen überall mit Gewehrscbüssen begrüsst; denn sowie ihre afrikaniscben Brüder ihr Letztes bergeben, um einen Schuss Pulver in die Luft knallen zu können, so ist auch ihnen Scbiessen die grösste Freude. Bei jedem Hause und bei jedem der zablreicben, kleinen Nebenkreeke, welche in die Para münden und deren Einfahrt dem Uneingeweibten oft kaum sicbtbar ist, standen die Leute auf dem Posten, um ihre Begrüssung mit Scbiessen und Geschrei anzubringen. Bei Onorïbo, wo unsere Gesellschaft ans Land stieg...”
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“... dicht überhangenden Baume des Ufers seinen Weg suebte, und der strahlende Sternhimmel, von welchem bie und da ein kleiner Tbeil sichtbar wurde, verliehen dieser nachtlichen Waldfahrt einen hohen Keiz. In Prospérité, und am folgenden Tage auch in Vier Kinderen, wobin wir einen kleinen Ausflug machten, wurde uns von Seiten der Neger ein ahnlicher Empfang wie in Onoribo zu Tbeil, aber der unerfreulicbe Eindruck desselben wurde an erstgenanntem Orte durch die berzliche Aufnabme von Seiten des dort wobnenden Missionars, Herrn P. Haugk aus Leipzig, bald verwischt. Wir waren seine Gaste in Bersaba, der Hermhuterstation von Prospérité, und hier lernte ich zum ersten Male die philosophisebe Ruhe und die daraus sieb ergebende Entsagungs-...”
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“...24 Auf demselben Wege, auf dem wir gekommen, kehrten wir nach Paramaribo zurück, von unzahligen Lichtkafern am Abende wahrend der Flussfahrt umschwarmt, wahrend sich auf dem breiten Surinam zu der Pracht des tropischen Sternhim- mels noch die herrliche Pyramide eines vom Horizonte aufsteigenden Zodiakal- lichtes geselite — fast zu viel Licht für die laue Nacht. Reise zum oberen Surinam. In der Frühe des 30ten Marz begannen wir unser Fischerbot zu beladen, welches uns bis zu den Stromschnellen des oberen Surinam als Transportmittel dienen sollte. Es war ein ziemlich geraumiges Fahrzeug, das unseren sechs, zur Bedienung und zum Rudern bestimmten Leuten genügende Sitzplatze bot, unsere Kisten und Bündel mit einiger Mühe aufnahm und uns selbst theils auf Letzteren theils unter einem kleinen Dache von Palmblattem auch noch ein Platzchen übrig liess. Freilich war es bescheiden genug, und je nach dem mehr oder minder grossen Geschicke, mit dem am Morgen eines jeden Tages das...”
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“...25 noch eine getreue Copie der Karte, welche Herr Cateau van Rosevelt vom Flusse Surinam angefertigt hat und die von Herrn Loth meisterhaft reproducirt worden war. Diese Originalkarte, welche uns von ungemein grossem Nutzen war, ist im Maasstabe von 1 : 100000 gezeichnet; eine Copie, im Maasstabe von 1 : 200000 wurde im Jahre 1882 publicirt, ') steht aber an Sauberkeit der Ausführung weit hinter dem Originate zurück; sie diente uns zum Eintragen von Notizen. Endlich war das letzte Stück Gepack untergebracht und konnte unser Fischer- bot an der kleinen Dampfbarkasse befestigt werden, welche uns so bald wie möglich den Fluss hinauf in dasjenige Gebiet bringen sollte, in dem eine geolo- gische Untersuchung lohnend zu werden versprach. Der untere Lauf des Surinam mit seinen alluvialen Sand- und Lehmablagerungen besitzt für den Geologen namlich nur ein untergeordnetes Interesse, wie mir nicht nur aus den verdienst- vollen Untersuchungen des leider zu früh verstorbenen Yoltz...”
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“..., sieht man viele Andeutungen der einstigen Pflanzungen. Königs- Cocos- und Awarra-Palmen nebst Mangobaumen (Oreodoxa regia, Cocos nucifera, Astrocaryum aculeatum, Mangifera indica) weisen uns die früher so gesegneten, jetzt in Folge Mangels an Arbeits- kraften ganz zu Grunde gegangenen Niederlassungen an. Da liegt Chatillon zu unserer Linken, einstmals eine der reichsten Plantagen der Colonie, welche ich auf der Rückfahrt als Station benutzen sollte: Seine Blumenparke sind zum unordentlichen Rasen geworden, seine Teiche zu übel- riechenden Tümpeln; die Landungsbrücke ist langst verfallen und das am Wasser gelegene Theehauschen den Holzlausen und Wespen überlassen, welche nebst zahlreichen Fledermausen auch vom Herrenhause Besitz ergriffen haben. Das Haus selbst ist nothdürftig im Stande erhalten, aber seine Schaden konnten nicht mehr im alten Stile ausgebessert werden; die Gelander an der Treppe, welche zum Eingange hinaufführt, fehlen; die Laternenpfahle tragen keine Laternen...”
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“...27 cens ') und brantimakd ('Drepanocarpus lunatus), eine Papilionacee mit violetten Blumen, die Einfassung des Ufers, und zwar wechseln Mangrove und Montrichardia der Art mit dem stachligen Gestrauche der Brantimakd ab, dass dieses an der convexen, jene an der concaven Seite des Stromes vorkommen, denn weder die Bhizophoren noch die Aroïdeen können in starker Strömung wachsen. Deswegen wird auch das Mokko-Mokko flussaufwarts stets geringer an Ausdehnung, und schliesslich sieht man nur noch vereinzelte Exemplare der Pflanze hn Oberlaufe des Surinam auf den aussersten, stromabwarts gerichteten Endigungen der Insein wachsen. Brantimaka, dessen überhangende Zweige auf dem Wasser treiben und mit Ebbe und Fluth sinken und steigen, bedarf indessen gleich den Bhizophoren des salzhaltigen Wassers zum Wachsthume und verlasst das Ufer schon unterhalb Phaedra. Die Pflanze, welche gleich der Montrichardia dem Manatus latirostris1 2) zur Nahrung dienen soil3), biïdet hübsche Hecken am...”
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“... auch wohl ein Korbstuhl oder ein kleiner Spiegel, sich befindet. Sie kleiden sich gleich den Negern und Mischlingen der Stadt und machen einen bedeutend besseren Eindruck als ihre Stammesgenossen an der Para. Denn obwohl sie freundlich und zuvorkommend sind, so haben sie doch nichts mehr von sklavischer Unter- würfigkeit; nie hörte ich hier noch das Wort masra aussprechen und ihr Benehmen ist der Art, dass es manchem europaischen Arbeiter zum Yorbilde würde dienen können. Diese guten Eigenschaften schreibe ich dem TJmstande zu, dass Phaedra ziemlich haufig mit den Einwohnern der Stadt in Berührung kommt, ohne den entsittlichenden Einflüssen derselben unterworfen zu sein. Fast alle Einwohner des Dörfchens sind von den Herrnhutern bekehrt worden und nur einzelne opfern noch dem Cottontree. Der Angesehenste unter ihnen, Bigot genannt, will ein Mittel gegen den Biss giftiger Schlangen besitzen, und deswegen hofften wir auch ein paar Klapperschlan- gen, die wir lebend mitgebracht...”
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“... Kalte entgegen, denn die Temperatur war noch gleich der Minimaltemperatur der Nacht und betrug nur 19° C. 1 2), vom Flusse erhoben sich Nebel, welche der Oberflache des Wassers das Ansehen gaben, als wollte es beginnen zu sieden, und ein kalter Wind raschelte durch die Awarra- und Cocospalmen s) des Dörfchens. Wir nahmen mit unserm Gastherrn, dem Neger Rigot, unsern Morgenimbiss, gleichwie wir auch am gestrigen Abende mit ihm unser Mahl getheilt hatten, und bestiegen dann die niedrigen Hügel, welche in unmittelbarer Nahe von Phaedra im Walde sich befinden; bereits in einer Yiertelstunde waren wir oben und ich fand für ihre Höhe über dem Niveau des Flusses nur 31 Meter. Bei unserer gegen zehn Uhr bewerkstelligten Weiterfahrt, konnten wir vorlaufig noch den „Creol” benutzen, da im Flusse nur wenige Klippen lagen, so unter anderen auch bei Carolinenburg, und ohne Hindernisse setzten wir die Reise bis zum Tafelrots, auch Tafra genannt, fort. Es ist dies eine kleine, ge- genüber...”