Your search within this document for 'aber' resulted in 134 matching pages.
 
1

“...IV Theile des Gesammtwerkes ein wesentlich verschiedener sein wvrd. Zwar wird deun Geologen manche Einzelheit aus dem Land und Leute behandelnden Theile von Interesse sein; aber der geologische Theil dürfte ausser Fachgenossen und Geographen leaum viele Leser finden. Eine definitive Trennung beider Abschnitte schien mir deswegen nicht wünschenswerth, weil die Schilderung der Landschaft die geologischen Darstellungen vielfach erganzt, und weil umgekehrt die Karten des geologischen Theiles die Beisebeschreibung weiter anfüllen. Auf tiefgéhende Studiën und erschöpfende Darstellung erheben die Skizzen von Land und Leuten nicht den gering sten Anspruch; sie sind vielmehr als eine Erholung von streng wissen- schaftlicher Arbeit geschrieben, und eine vielfache Amtsthdtigkeit verbot mir, mich weiter in Gegenstande zu vertiefen, wëlche meinem Berufe fern liegen. Ich habe indessen dm wissen- schaftlichen StandpunU insofern zu wahren gesucht, als ich zunachst nur Selbstgesehenes und...”
2 New Page

“.... L. Evertsz, sowie vor allem auch Herr Pastor A. J. van Koolwijk meine Untersuchungen; auf Bonaire Herr J. H. Waters Gravenhorst, die Herren Dr. Jesurun und Hellmund. Besonderen Dank schulde ich auch den Herren Gapitdnen zur See P. ten Bosch und A. Baron Gollot dCEscury, Com- mandanten der Niederlandischen Kriegsddmpfer Tromp und Alkmaar. In Venezuela fand ich bei Herrn Professor Dr. A. Ernst eine liebenswürdige Auf- nahme und lehrreiche Unterhaltung, beim derzeitigen Praesidenten der Republik, Herrn Ge- neral Joaguin Grespo bereitwiïliges Entgegenkommen; überall aber, sowohl in den hollan- dischen Golonien als auch in Venezuela erfuhr ich von allen Gebildeten, mit denen ich in Berührung kam, so viel Freundschaft, dass mir der Raum fehlt, aller Namen an diesem Orte zu gedenken. Allen, die meine Untersuchungen in Amerika und hier zu Lande gef&rdert haben, spreche ich hiernit meinen tiefst gefühlten Dank aus, und unter Letzteren noch schliesslich im beson- deren den gelehrten...”
3

“...2 doch alle diese Dinge einer Beschreibung ihrer allgemeinen Bekanntheit wegen nicht werth. Nur Folgendes moge hier erwahnt werden: So lange wir uns im Canale befanden, sahen wir zahlreiche Moven, unter denen Larus ridibundus und Larus canus am haufigsten waren; aber nur die erstgenannte Art folgte dem Schiffe bis weit in den atlantischen Ocean hinein. Bs waren etwa ein Dutzend zum Theil sehr charakteristisch gefarbte Exemplare, durch ihr verschiedenes Kleid, welches wir in unmittelbarer Nahe betrachten konnten, deutlich gekennzeichnet, und da stets dieselben Altersstufen beisammen blieben so liess sich daraus mit Sicherheit folgern, dass es immer die gleichen Individuen waren, welche das Schiff bei Tag und bei Nacht begleiteten. Am Morgen wahrte es bisweilen eine geraume Zeit, bis die Thiere wieder erschienen, und mehrfach glaubte ich, sie seien bereits zurückgeblieben; aber dann trafen sie, allerdings in abnehmender Zahl, doch wieder ein, um uns erst am 19ten December...”
4 New Page

“... Zeitschrift von ,,Nederlandsch Aardrijkskundig Genoot- schap” zu publiciren; ich selbst veröffentlichte am gleichen Orte einen vorldufigen Bericht über die Insein und einen anderen über meine Reise ins Gebiet des oberen Surinam in der Zeitschrift von ,,Taal- Land- en Volkenkunde van Nederl. Indië." Eine zusammen- hangende Darstellung der von mir erlangten Resultate konnte indessen noch nicht gegeben werden, da die Untersuchung des mitgebrachten Materiales viel Zeit erforderte. Ich beabsichtige nun die Ergebnisse der Reise in einem einzigen Werke zusammen- zufassen, welches in zwei Theilen die Geologie und die Schilderung von Land und Leuten enthalten soil. Zwar ist die geologische Untersuchung der eigentliche Zweck meiner Reise gewesen, aber da mich dieselbe in Gegenden führte, wélche in Europa wenig oder gar nicht gekannt sind, so schien es mir wünschenswerth, auch die nebensachlichen, nicht geologischen Beobachtungen einem grosseren Leserkreise zuganglich zu machen. Den ersten...”
5

“... Kordwest sich langs des Continentes von Südamerika hinzieht und in deren Mitte wir uns befanden. Gegen Abend trat nach dem Festlande zu die blaue, oceanische Farbung nochmals hervor, nachdem der Strom passirt war, aber nur um bald wieder von dem schlammreichen Wasser der nachsten Umgebung der Küste verdrangt zu werden. 1) Sieh: Tijdschr. v. h. Nederl. Aardrijkskdg. Genootsch. te Amsterdam. Ser. II. Deel III. Afdlg. Terslg. en Mededlg. 1 en 2. 1886 pag. 56 ff. 2) Wir sahen die Quallen zuerst am 24ten December, als unser Schiff sich am Mittage im Wende, kreise befand. Seitdem nahm ihre Zahl stets zu, je weiter wir südlich kamen und in besonders grossen Mengen sah ich Physalia an der Kliste von Demerara. Die hollandischen Seeleute nennen die Velella das portugeesch oorlogschip....”
6

“...6 züngeln sah, auf die man mich aufmerksam machte, ohne ihretwegen die geringste Besorgniss zu empfinden. Ietzt war die Landzunge, an der eine Anzahl rothgefarbter Sumpfvögel (Ibis rubrus und Phoenicopterus ruber) im Wasser standen, passirt undwiedurch Zauberschlag entrollte sich yor uns die tropische Landschaft in einer Herrlichkeit, wie sie von Laien gar zu oft getraumt, in Wirklichkeit aber eben so oft vermisst wird. Ueberall der üppigste Pflanzenwuchs, aus dem freundlich die bellgetünchten Holzbauten der Plantagen hervorleuchten, umgeben von Palmen und Bananen, unter denen dunkle Gestalten dem Schiffe nachscbauen. Bei der Plantage Jagtlust sieht man einen gewaltigen Baumwollenbaum aufragen (Eriodendron anfractuosum DC.), den ich zahlreich und noch colossaler spater haufig im Binnenlande sehen sollte, und jetzt liegt auch bereits Paramaribo vor den erstaunten Blieken des Ankömmlings. Paramaribo. Die Stadt Paramaribo ist auf einem Boden gebaut, welcher erst in einer...”
7

“...7 verbreiten zur Ebbezeit einen unangenehmen Geruch, stellen aber im übrigen gleich ihren europaischen Mustern eine Zierde der Stadt dar. Ein zweites System yon Strassen steht rechtwinklig zu dem erstgenannten und zu den Canalen, und nur derjenige Theil von Paramaribo, welcher in nachster Nahe des Surinam gelegen ist, weicht von diesem allgemeinen Schema ab, eine Abweichung, die schon durch den Lauf des Flusses bedingt ist. Dieser Tbeil ist der vornehmere und tragt einen von den ausseren Stadttheilen wesentlich verschie- denen Charakter. Hier stehen die Wohnungen, welch» durch ihre Bauart eben- sosehr an Holland erinnern -wie die Canale, dicht gedrangt, durch keinen Garten geschieden; ebenso wie es bekanntlich auch in dem alteren Batavia der Fall ist, dessen beengte Raume indessen langst von den Europaern mit luftigeren Wohnsitzen vertauscht sind. Man ist verwundert, die unschatzbaren Yortheile, die das Klima bietet, sö wenig ausgenutzt zu sehen, denn mit Ausnahme der...”
8

“...9 Anpflanzungen von Cassave (Manihot utilissima) und Yams (Dioscorea alatd), zwischen denen armliche Strohhütten der Feldarbeiter zerstreut liegen. Dann wieder begegnet man durchaus landlichen Bildern, Bauernhöfen, die fast getreu den hollandischen Charakter bewabrt baben — überall aber Ueppigkeit und Reichthum der verschwenderischen Natur. Wer kurz vor Einbruch des Abends durch diese Gegenden fahrt, wenn die Strablen der Sonne bereits geschwacht sind und die Scharen der prachtigen Falter und Koli- bris, die am Tage gleich Bienen vor den Bliithen flattern, schon zur Rüste gegangen, der geniesst die Pracht der Tropen in einer Weise, wie sie kaum schoner gedacht werden kann. Aber auch nach dem Einfallen der Nacht ist der Aufenthalt hier an Wundern der Schönheit reich, wenn Sterne und Mond wetteifern, die glanzenden Blatter der Pflanzen mit ihrem magischen Lichte zu iibergiessen. Die Einwohnerzahl von Paramaribo betrug wahrend meiner Anwesenheit 24758, d. i. fast die Halfte...”
9

“...10 Schon seit 1735 befinden sich die Herrnhuter in Surinam '), woselbst sie anfangs unter den grössten Mühseligkeiten, missachtet und von den meisten Einwohnern ungerne gesehen, ihre Bekehrungsversuche bei Sklaven und Indianern, vereinzelt auch bei den Israeliten, begannen. Jetzt bilden sie einen allseitig gern gesebenen Bestandtheil der Bevölkerung, welcber nicht nur der Religion halber, sondern auch seiner bürgerlichen Tugenden wegen geschatzt ist und durch Fleiss und Ordnung der niederen Klasse ein leuchtendes Yorbild liefert. Pragt sich doch schon der einfache, aber gediegene Bürgersinn dieser Yorkampfer der Cultur in ihren musterhaft unterhaltenen Gebauden und Gartenanlagen aus. Die Nachkommen der Europaer lernte ich durch Yermittelung meines Freundes Herrn Dr. Benjamins kennen, dem Inspector des Unterrichtswesens in Surinam, welcher mich auch auf meiner Reise ins Innere begleitete und dessen liebenswürdige Gast- freundschaft ich auf der Durchreise nach Curagao...”
10

“... weiter führen, unbekümmert darum, dass Niemand ihnen mehr zuhört. Dabei sind sie trage und unzuverlassig und werden in ihrer Unlust durch den Umstand unterstützt, dass sie erstaunlich wenig Bedürfnisse haben. Ein paar Bananen und ein wenig Bak- keljau, wie man hier den Kabeljau nennt, genügen ihnen zum Lebensunterhalte, und fehlt Beides, so stellen sie sich bisweilen auch allein mit der Mangofrucht zufrieden , deren übermassigem Genusse Yiele die entsetzliche Lepra (Elephantiasis graecorum) zuschreiben; wie ich meine, mit Unrecht. Die Kleidung tragt nicht dazu bei, ihre Erscheinung angenehmer zu machen, denn wahrend die Manner sich in Beinkleid, Blousenhemd und Hut kleiden, indem sie als Kopfbedeckung den schabigsten grauen oder schwarzen Filz einem Stroh- hute yorziehen, schreiten die Frauen in einem Anzuge einher, dessen Geschmack- losigkeit wohl schwerlich durch eine andere in den Schatten gestellt werden kann. Sie tragen Kattunkleider; aber diese haben einen erstaunlichen...”
11

“.... "Wurde in der Sklavenzeit die Strenge bis zur unmenschlichen Grausamkeit getrieben, so ist man augenblicklich offenbar in das Gegentheil, eine zu grosse Nachgiebigkeit gegen die niedere, ge- farbte Bevölkerung, verfallen. Man pflegt der Einwohnerschaft von Paramaribo und der bebauten Colonie über- haupt grosse Unsittlichkeit mit dem Hinweise auf die enorme Anzahl unehelicher Kin- der vorzuwerfen, eine Thatsache, welche ich weder wegleugnen noch vertheidigen will, die sich aber doch sehr leicht durch besondere Umstande erklart und darum minder 1) P. J. Benoit. Voyage k Surinam. Description des possessions Néerlandaises dans la Guyane. Bruxelles (ohne Jahreszahl).— Bei Halberstadt, Kolonisatie van Europeanen te Suriname eto. (eben- falls ohne Jahreszahl), sind die Tafeln reproducirt. — Die Zeichnungensind veraltetundjedenfalls vor dem Brande von 1832, welcher die ganze Stadt einascherte, gemacht....”
12

“...14 Tücher bilden den Anzug, der durch zahlreichen Scbmuck vervollstandigt wird. Ketten von grossen Silber- oder gar von Goldstücken, je nach dem Reichthume der Besitzerin, zieren Hals und Brust, goldene und silberne Spangen die Arme. Nur den grossen Ring, den sie durch die linke Nasenöffnung ziehen, würdeman vielleicht gerne vermissen. Den Scheitel farben die verheiratheten Frauen und verlobten Madchen carminroth, und schon kleine Kinder sieht man mit diesem Zeichen des gegenüber einem Manne eingegangenen Yerbindnisses geziert. Die Buntheit der Strassenbilder in Paramaribo brauche ich nach Obigem kaum noch hervorzuheben. Aber neben dem larmenden Neger und dem graziös grüssenden Kuli, welcher sein „salaam” mit einer Bewegung der rechten Hand zur Stirne begleitet, sieht man noch manche andere, interessante Gestalten daselbst, wenn man sich von dem vornehmeren Stadttheile ein wenig weiter entfernt. Da trifft man den mir unsympathischen Chinesen, welcher nicht mehr auf den...”
13

“...15 Manieren, die ihn an seinen eigenen Wohnsitzen kennzeichnen, aber die Kleidung, welche er gezwungen angelegt hat, vermag ihn nicht als Sohn des Waldes unkenntlich zu machen: seine breiten, kraftigen Formen und sein tatowirtes Gesicht unterscheiden ihn sofort vom Stadtsnegér, der meistens die Ur^rüchsigkeit und Reinheit der Rasse eingebüsst hat. Aber auch der Neger von Paramaribo liefert in der Saramaccastrasse dem Fremden, besonders an Festtagen, interessante Bilder: Auf dem Hofe irgend eines Hauses bewegt sich in einem wenige Schritte im Durchmesser haltenden Raume, nach dem eintönigen Takte der Negertrommel, dicht umstanden von den Zuscbauern ein tanzendes Paar. Die Frau bestandig wie auf Rollen üher den Boden hin- gleitend, ohne dass man eine Bewegung der Beine wahrnimmt, der Mann ihr zu Ehren schlecht gekleidet und mit unanstandigen, erotischen Bewegungen sie umkreisend, suchen Beide das Spiel zwischen Hahn und Henne nachzuahmen. Ein Tanzer nach dem Anderen tritt...”
14

“...18 steigern wird. Ob dieselbe indessen der Colonie in nachstliegender Zeit zum Segen gereichen wird, scheint mir mehr als zweifelbaft, da das mörderische Klima keinem Europaer gestattet in den Goldfeldern zu arbeiten, in denen sogar mancher Neger dem Fieber erliegt. Die Einwanderung von Weissen als Pionieren einer künftigen Cultur ist deswegen von vomherein ausgeschlossen und nur der Neger oder höchstens noch der Kuli werden bei der Goldgewinnung direct sich betheiligen können, schlecht überwacbt von den Eigenthümern, die nur ausserst selten Gelegenheit und Kraft linden dürften, ihre Untemebmungen selbst zu besichtigen, gescbweige denn zu leiten. Man moge Mittel finden, die Erreichung der Goldfelder zu erleichtern, die ungeheuren Walder mehr und mehr zu lichten, dem Boden in besser über- legter Weise, als jetzt geschieht, seine Schatze abzugewinnen, so kann durch dies Alles freilich dem Einzelnen Reichthum erwachsen, aber eine Cultur des Landes, in gleichem Sinne, wie...”
15

“..., und sind in seiner unmittelbaren Nahe wohl nirgends höher als 5 Meter. Hie und da sieht man eine senkrecht abgestürzte Lehm- oder Sandschicht entblösst, aber weiter ist über das Relief des Landes nichts zu erfahren, da die Waldungen den Ueberblick V verwehren. Jedenfalls würde es aber falsch sein anzunehmen, dass die ganze weitere Umgebung der Para durchaus flach sei, denn ein Zufall lehrte uns auf dieser Fahrt selbst noch einen etwa 20 Meter hohen Hügel anstehenden Gesteins bei Topibó kennen. Herr Benjamins hatte ihn bei einer früheren Gelegenheit besucht 1) Leider ist das Bambusrohr Surinams für die Industrie nicht brauohbar. 2) TJeber die Flora der Para vgl. den Bericht meines Reisegenossen Suringar, 1. c. pag.75ff....”
16

“..., entfaltete sicb ein überaus komiscbes Treiben. Scharen von 'Weibern, nacb Art der Negerinnen von Paramaribo gekleidet, standen am Ufer, angeführt von einigen Mannern, die schwarze Röcke trugen und den Kopf mit aus Pappe gefertigten, reich mit Buntpapier beklebten Hüten bedeckt batten. Diese ahmten einen Beamtenbut und eine Krone nacb, wahrend bei Einem der würdevoll einherschreitenden Herren Epaulettes von Pappe und auf den Rock geklebtes Goldpapier die Pracht des Anzuges noch erhöhten. Ein ebrerbietiger Willkommsgruss von Seiten der Manner — dann legten die Frauen bunte Tücher auf den Weg, über welche der Gouverneur hinscbreiten sollte, und unter eintönigem, scbreienden Gesange, in welcbem jede körperlicbe Eigen- schaft aès Gefeierten genau bescbrieben wurde, unter Tücherwehen und tanzenden Bewegungen zog die Gesellschaft zur naben Plantage, an deren Eingang eine primitive Ehrenpforte und der Donner einer kleinen Kanone die lacherliche Fratze des Empfangs vervollstandigten. Aber...”
17

“... Grauel, welcbe von Seiten der Weissen in früberen Zeiten an ibnen verübt waren. Mich überlief es wie Scham, wenn ich solch finstrem Blicke begegnete. Andere dagegen mochten es für klüger halten, Ergebenbeit zu beucheln und streichelten knieend Mitgliedern der Gesellscbaft mit den Handen die Beine, bis ihnen dureb Klopfen auf die Schulter das Aufstehen geboten wurde — eine nicht minder unangenebme Erinnerung an den Schandfleck der Sklaverei im Leben der civilisirten (?) Yölker! Es war schon Nacht, als wir an der Mündung des Coropinakreeks anlangten, wo bei Fackellicht die Dampfbarkassen mit Zeltböten vertauscht wurden, und phantastisch gruppirte sieb in der Einsamkeit des Waldes auf dem engen Flüsschen unsere kleine Flotte, die noch durch Koriale weiter vervollstandigt wurde. Aber die Zeit drangte, denn das Wasser begann zu fallen, und nur mit Mübe gelang es noch, in den manchmal auf den Grund stossenden Boten Prospérité zu erreichen. Das glanzende Mondeslicht, welches durch die...”
18

“...23 kraft eines Mannes bewundern, der alle Genüsse eines wohlsituirten Bürgers der Erreicbung seines idealen Lebenszweckes aufgeopfert; der für seine aus Europa angelangte, ihm völlig unbekannte Braut nur die Fragen kennt: „Liebst Du den Herrn und liebst Du die Neger?” und mit ihrer Bejabung alle Yorbedingungen für eine glückliche Ehe erfüllt sieht; der seine Kinder Eins nach dem Andern sieh vom Herzen reisst, um ihre körperliche und geistige Gesundheit in Europa vor dem Untergange zu bewahren — und bei alledem glücklich und zufrieden in dem Bewusstsein der Erfüllung seines Berufes ist. Am nachsten Morgen kamen einige Lucie-lndianer, Cariben, welche am Sabakukreeke, im Gebiete der oberen Para, ansassig sind, den Gouverneur zu begrüssen. Ihr Hauptling trug den Namen Kwasie, wurde aber auch Charles genannt, da er die katholische Taufe erhalten hatte, welche nach mir gegebenen Yersicherungen ohne vorhergegangenen Unterricht erfolgt und hauptsachlich nach Annahme von...”
19

“...25 noch eine getreue Copie der Karte, welche Herr Cateau van Rosevelt vom Flusse Surinam angefertigt hat und die von Herrn Loth meisterhaft reproducirt worden war. Diese Originalkarte, welche uns von ungemein grossem Nutzen war, ist im Maasstabe von 1 : 100000 gezeichnet; eine Copie, im Maasstabe von 1 : 200000 wurde im Jahre 1882 publicirt, ') steht aber an Sauberkeit der Ausführung weit hinter dem Originate zurück; sie diente uns zum Eintragen von Notizen. Endlich war das letzte Stück Gepack untergebracht und konnte unser Fischer- bot an der kleinen Dampfbarkasse befestigt werden, welche uns so bald wie möglich den Fluss hinauf in dasjenige Gebiet bringen sollte, in dem eine geolo- gische Untersuchung lohnend zu werden versprach. Der untere Lauf des Surinam mit seinen alluvialen Sand- und Lehmablagerungen besitzt für den Geologen namlich nur ein untergeordnetes Interesse, wie mir nicht nur aus den verdienst- vollen Untersuchungen des leider zu früh verstorbenen Yoltz...”
20

“...26 suchte, war ebenfalls mit zerrütteter Gesundheit zurückgekehrt. Sollten wir glücklicher sein? Sollten die Buschneger uns behilflich sein, in Gegenden durch- zudringen, die ausser Missionaren und Cateau van Rosevelt nocb nie der Fuss eines Weissen betreten, oder würden wir unverrichteter Sache wieder umkehren müssen ? Aber es war nur ein flüchtiger Augenblick, in dem solche Gedanken auf- tauchten; die Stadt mit ihren freundlicben Hausern und Garten war kaum unsern Augen entzogen, als die prachtige Natur j ede andere Gemüthstimmung verdrangte, um nur dem Anschauen und Bewundern dessen Raum zu geben, was aus dem verschwenderischsten Füllhorne der Schöpfung über Surinam ausgestreut ist. Derjenige Theil des Flusses, den wir heute befuhren, wird nicht mehr von Urwald eingefasst, denn die zahlreichen Plantagen, welche in früherer Zeit hier sich befanden, haben der Natur ihren ursprünglichen Charakter genommen und überall, auch wo die Baulichkeiten nicht mehr vorhanden sind...”